Simon Fraser wurde als „der alte Fuchs“, „der Fuchs“ oder „der hinterhältigste Mann Schottlands“ beschrieben. Diese Beinamen waren weitgehend gerechtfertigt und er war sicherlich einer der farbenfrohen Charaktere der Highlands. Fraser of Lovat Chiefs wurden in Anerkennung ihrer Abstammung von Sir Simon Fraser, der 1333 in der Schlacht von Halidon Hill getötet wurde, als „MacShimi“ (Sohn von Simon) bezeichnet. Er war der 11. Lord Lovat und verurteilter Jakobiten-Rebell. Für das Verbrechen des Verrats wurde Fraser auf dem Tower Green in London enthauptet. Der korpulente Lovat hat den unglücklichen und unerwünschten Ruf, der letzte Mann zu sein, der im Vereinigten Königreich öffentlich enthauptet wurde.

Viele von Frasers Eskapaden konzentrierten sich auf seinen Wunsch, den Titel des Lord Lovat zu erlangen. Er sah darin sein Recht, da er der Sohn des 10. Lords Lovat war. Aber so einfach war es nicht. Simons Vater wurde erst posthum, drei Jahre nachdem der vorherige Lord, Simons Cousin, gestorben war, als Lord Lovat anerkannt. Die Nachfolge wurde jedoch durch einen Rivalen erschwert, die weibliche Erbin des 9. Lords. Tatsächlich wurde Amelia selbst später für einige Zeit als Baronin Lovat anerkannt. Simons erstes raffiniertes Vorhaben war es, mit der jungen Amelia durch zu brennen. Eine Idee für die sie parteiisch schien. Das geschah aber nie und Simon wandte seine teuflischen Absichten stattdessen an ihre Mutter. Er entfürte einfach die ältere Lady Amelia Lovat. Sein verzweifeltes Ziel war es, sie gewaltsam zu heiraten um den Titel zu erlangen. Eine Zeremonie wurde durchgeführt und die Ehe angeblich vollzogen, als Simons Ghillys das Mieder der Dame mit ihren Dirks schlitzten. Währenddessen spielten seine Piper um ihre Schreie zu übertönen.

Bald darauf, nachdem Simon die Wut von Amelias Familie geweckt hatte, musste er aus dem Land fliehen. Fraser verbrachte die nächsten sechs Jahre auf dem Kontinent, reiste herum und besuchte regelmäßig den jakobitischen Hof. Fraser, der nie eine Gelegenheit versäumte seine eigenen Pläne voranzutreiben, nutzte die Gelegenheit, zum Katholizismus zu konvertieren, und bedankte sich bei denen, die die Stewart-Frage unterstützten. Er scheint seine Talente für Intrigen und Doppelzüngigkeit während seines Aufenthaltes in St. Germain, Frankreich, geschärft zu haben und hat sogar Pläne für einen möglichen Aufstieg in Schottland aufgestellt. Es ist fair zu sagen, dass Fraser mit dem Master of Gray um den Titel des schottischen Machiavelli konkurrierte. Françoise d’Aubigné, Marquise de Maintenon und die zweite Frau von König Ludwig XIV. von Frankreich, bezeichnete MacShimi einmal als „un homme ravissant“ („ein hinreißender Mann“) – ja, er war in seinen dreißiger Jahren (er wurde um 1667 geboren) weitaus lässigerer als seine späteren Bilddarstellungen.

Fraser kehrte 1703 nach Schottland zurück mit dem Plan den 1. Herzog von Atholl, den Bruder seiner „Braut“, zu kompromittieren. Er versuchte immer noch, den begehrten Titel zu gewinnen. Die Ehe war jedoch inzwischen annulliert und Amelia hatte wieder geheiratet. Seine Pläne, Atholl als Jakobiter zu belasten, wurden vereitelt und Simon kehrte auf seine Ländereien zurück. Seine List erstreckte sich auch darauf, den König zu bitten, ihn zum Herzog von Fraser zu machen – dem Preis seiner Loyalität – gleichzeitig mit seinen Versuchen, sich bei den Hannoveranern in London einzuschmeicheln. All das hätte Patrick, den Master of Grey, wie einen Anfänger aussehen lassen!

Als Simon 1715 zum Aufstand kam, blieb er der Schusslinie fern und nutzte die Gelegenheit, indem er sich in den abgelegenen Gebieten der besiegten Jakobiter bediente. Danach, während des Aufstandes von 1719, setzte er seine Verschwörung fort und versprach zunächst dem Earl of Seaforth, dass er die Frasers für den König aufstellen würde. Er gab dann dem Clan den Befehl, sich der Aufstellung zu widersetzen. Nachdem er herausbekommen hat, das er verraten wurde, gelang es ihm irgendwie sich wieder einmal aus Schwierigkeiten herauszuretten.

Schließlich gewann er, unterstützt durch seine List, 1730 einen langwierigen Rechtsstreit und damit den Titel des 11. Lord Lovat. Erstaunlicherweise setzte sich sein unverbesserlicher Doppel-Handel fort. Er unterhielt weiterhin Verbindungen mit der Krone und unterstützte die Jakobiten. Dann kam die Zeit in der er sich sorgfältig nach allen Seiten absicherte. Dies tat er, bevor er sich dann doch nachträglich den Rebellen anschloss. Am Ende ein fataler Fehler, der ihn den Kopf kostete. Zuerst schrieb er an den Lord Advocate of Scotland und bezog sich auf Charles Edward Stuart als „Diesen verrückten und unberechenbaren Herrn“ und bot seine Unterstützung für die Regierung an. Dann, innerhalb weniger Tage, schrieb er auch an Prinz Charles in Edinburgh. Schließlich trat er für den Prinzen ein und entsandte ein Regiment von zwei Bataillonen (insgesamt etwa 500 Mann) unter dem Kommando seines ältesten Sohnes, des Masters of Lovat.

Als er von der Niederlage in Culloden hörte, soll er gesagt haben: „Keiner außer einem Verrückten hätte an diesem Tag gekämpft“. In der Nacht nach der Niederlage trafen sich Lovat und Bonnie Prince Charlie zum einzigen Mal. Als Charlie floh und versuchte, der Gefangennahme zu entgehen, riet Lovat ihm nach Frankreich zurückzukehren und es an einem anderen Tag zu versuchen. Lovat selbst floh auf eine Insel am Morarsee, wo Captain Fergusson seine Gefangennahme beanspruchte. Wenn Sie sich den alten und gebrechlichen MacShimi vorstellen können, einen grotesk korpulenten Mann, der sich in einem hohlen Baum versteckt. Dieser erbärmliche Anblick verriet den Verschwörer. Er wurde zum Tower of London gebracht, wo er bis zu seinem Prozess im darauffolgenden März in der Westminster Hall blieb.

Während seines Prozesses führte sich Lovat mit Würde und saß sogar für das berüchtigte Porträt von Hogarth. Die Enthauptung erfolgte am 9. April 1747. In einer letzten ironischen Wendung brach eine der hölzernen Tribünen ein, die den Londonern zur Beobachtung seiner Hinrichtung zur Verfügung gestellt wurden. So kam es vor seinem eigenen Tod zu mehreren toten Briten.

Im Original von Ian Colville
Übersetzung: Michael M. für Clan Fraser of Lovat Association of Germany

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