Die Schlacht von Happrew fand am oder um den 20. Februar 1304 statt. An diesem Tag im Schaltjahr 1304 wurden die restlichen der Männer, die mit Wallace gekämpft hatten, in Wehrbereitschaft versetzt. Sie mussten sich eine Truppe von mehreren hundert Rittern verteidigen, die dem englischen König Edward I. treu ergeben waren. Dies geschah während des so genannten „Ersten Krieges der schottischen Unabhängigkeit“, nachdem Puir Wullie aus Frankreich zurückgekehrt war.

Laut dem Roman „The Lion at Bay“ von Robert Low, hat die Schlacht am Sonntag, den 2. Februar 1304 stattgefunden. Dies ist der Tag des Kerzenfests, dem Fest der Reinigung der Heiligen Jungfrau Maria und der Darstellung des Jesus Kindes. Der Krieg respektiert keine christliche Tradition, denn traditionell war die Kerze am 40. Tag der Weihnachts-Epiphanie ein unglücklicher Tag für einen Kampf. Zweifellos entschied sich Low deshalb für den zweiten, um die Zeitlinie seiner Erzählung passend zu gestalten.

Die meisten Quellen verweisen auf ein späteres Datum, gegen Ende Februar 1304. Der Calendar of Documents Relating to Scotland, II, no. 1432 [Edinburgh, 1881, ed. J. Bain] hat ihn chronologisch nach der Kapitulation der Comyn und anderer in Perth am 9. Februar gesetzt. Damit findet die Schlacht Ende des Monats statt, als Longshanks eine berittene Truppe unter Sir John de Segrave auf eine Erkundungsmission im Selkirk Forest schickte. Dies erfolgte mit der Absicht, Wallace, Sir Simon Fraser und ihre Patrioten zu inhaftieren.

Die gleiche Quelle hat der englische König am 3. März in Aberdour, der „Ihren Fleiß in seinen Angelegenheiten“ lobt. Er bittet sie das Geschäft, „…dass sie so gut begonnen haben, abzuschließen und die Angelegenheiten zum Abschluss zu bringen, bevor sie diese Seite verlassen.“ Daraus lässt sich schließen, dass die Schlacht irgendwann zwischen dem 9. Februar und dem 3. März stattfand. Man kann auch folgern, dass de Segrave nicht ganz erfolgreich war, d.h. er hatte weder Wallace noch Fraser gefangen genommen.

Die Schlacht von Happrew begann als die englische Streitmacht die Guerilla-Bande von Wallace und Fraser entdeckte. Auch wenn die beiden Oberhaupte der schottischen Seite es schafften zu entkommen und zu verstecken, führte die Schlacht zu einer Niederlage der Schotten. Leider gibt es keinerlei genaue Informationen über den Verlauf der Schlacht. Wer zuerst wen angegriffen hat und welche Formationen auf beiden Seiten eingesetzt wurden kann daher nicht nachvollzogen werden.

Andrew Fisher hat, in seiner Biographie mit dem Titel „Simply William Wallace“, die Schlacht ein paar Mal erwähnt, aber keine neuen Details gefunden. Es ist lediglich wie bereits oben beschrieben, dass die Schotten besiegt wurden, Wallace und Fraser aber entkamen. In „William Wallace Braveheart“, von James Mackay wird die Schlacht als „eine blutige Begegnung“ und die englische Armee als „groß“ beschrieben. Mackay fährt fort und erklärt, dass Happrew William Wallace’s letzte Schlacht war. Mackay enthüllt eine tückische Kehrseite der Geschichte und erklärt auch, dass Wallace im Vorfeld der Schlacht von einem anderen Schotten, einem John of Musselburgh, aufgespürt wurde. Dieser erhielt als Belohnung zehn Schillinge aus Longshanks Hand.

Ein weiterer Schotte, der sich an diesem Tag schämen musste, war Sir Robert de Bruce, der zukünftige König. Sir Robert war, trotz seiner direkten Ansprüche auf den Thron von Schottland, im englischen Anteil unter de Segrave. Zu dieser Zeit war de Bruce einige Jahre lang in Edwards Diensten tätig. Tatsächlich war ihm das Kommando über die Garnison im Schloss Ayr übertragen worden.

Für Sir John de Segrave, 2. Baron Segrave, war die Schlacht von Happrew bereits die zweite Begegnung mit dem schottischen Widerstand. Ein Jahr zuvor, in der Schlacht von Roslin, wurde de Segrave schwer verletzt. Er wurde von einer Gruppe von Patrioten unter dem Kommando von Sir Simon Fraser und Sir John Comyn, Lord of Badenoch, zusammen mit zwanzig anderen Rittern gefangen genommen. Vor allem zu dieser Zeit war Comyn weitaus mehr als ein Patriot von de Bruce, der bis zu seiner Kapitulation am 9. Februar gegen die Engländer kämpfte.

Unglücklicherweise für Wallace, wurde de Segrave bei Roslin gerettet und erholte sich schnell genug, um ein Jahr später die Suche zu leiten. Nach Happrew war de Segrave bei der Belagerung von Stirling Castle (24. Juli 1304) mit von der Partie. Bei der Abreise von Edward dem 1. wurde de Segrave in Schottland südlich des River Forth zum Justiziar und Kapitän ernannt. Nach dem Verrat und der Gefangennahme von William Wallace begleitete de Segrave ihn persönlich nach London. Nach Wallaces Tod war de Segrave der Mann, der die gevierteilten Teile seines Körpers zurück nach Schottland brachte.

Die Schlacht von Happrew fand auf Sir Simon Frasers Heimatgebiet statt. Genau gesagt in der Nähe von Stobo nahe Peebles am Lyne Water, einem Nebenfluss des River Tweed, in der ehemaligen Grafschaft Peeblesshire, dem heutigen Bezirk Tweeddale.

Wikipedia verweist auf die Schlacht, in der es um „Ein Chevauchée englischer Ritter“ ging. Die gleiche Quelle beschreibt jedoch eine Chevauchée als eine Schlachtmethode der mittelalterlichen Kriegsführung. Auf jeden Fall ist es wahrscheinlich, dass die Truppe des Besatzungseindringlings, angeführt von Sir John de Segrave, Hunderte von Männern zählt, während Wallace und Fraser vielleicht nur fünfzig Männer angeführt haben.

Im Original von Ian Colville
Übersetzung: Michael M. für Clan Fraser of Lovat Association of Germany

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